Darum Soli-Asyl:
Menschenrechte für Geflüchtete und Migrant*innen werden täglich systematisch missachtet. Deutsche Behörden schieben Menschen gegen ihren Willen kreuz und quer in andere Länder Europas oder ihr Herkunftsland ab. Geflüchtetenlager sind überfüllt, von der Außenwelt abgeschottet und schlecht versorgt.
Menschen fliehen vor Hunger, Ausbeutung und Armut. Andere vor Ausgrenzung und Diskriminierung. Wieder andere fliehen vor Krieg und Gewalt. Dies hindert die Bundesregierung allerdings nicht daran, viele Fluchtgründe für unbegründet zu halten und mit Hochdruck die Abschiebepolitik zu verschärfen. Deutsche Behörden stellen ihre eigene Verantwortung infrage, wenn die Durchreise durch ein anderes EU-Land erfolgte. Dabei können sie sich auf die sogenannte Dublin-Regelung berufen.
Auch wenn rassistische Hetze und verschärfte Gesetze die Situation in Deutschland und Europa dominieren – die praktische Solidarität ist noch immer lebendig! Wir wollen nicht tatenlos dabei zusehen, wie unsere Freund*innen und Nachbar*innen abgeschoben werden. Wir setzen uns für eine offene Gesellschaft ein, in der wir die Zukunft gemeinsam gestalten können. Abschiebungen und Ausgrenzung lehnen wir deshalb grundsätzlich ab. Sie sind in unserem Auge nicht mit einer tatsächlich unantastbaren Würde eines jeden Menschen vereinbar.
Unsere Antwort in Form von zivilem Ungehorsam bezeichnen wir als Soli-Asyl, denn unserer Meinung nach hat jeder Mensch hat ein Recht darauf zu Bleiben.
Was ist Soli-Asyl?
Soli-Asyl unterstützt Menschen, die gegen ihre Abschiebung kämpfen. Gemeinsam mit von Abschiebung bedrohten und illegalisierten Personen wollen wir Unterstützungsstrukturen schaffen, die ihre rechtliche, soziale und persönliche Situation verbessern. Teil unserer Arbeit ist es auch, öffentlichen politischen Druck zu erzeugen um die Kämpfe von illegalisierten Menschen und ihren Unterstützer*innen zu entkriminalisieren.
Wir begleiten Betroffene, die sich ihrer Abschiebung entziehen und ihre Unterstützer*innen, indem wir finanzielle Mittel sammeln und bereitstellen, Wohnraum beschaffen und in Kooperation mit anderen Initiativen und Gruppen gesundheitliche Versorgung und Bildungsangebote vermitteln.
Wir wollen temporäre Zufluchtsorte und safer spaces bieten. Dabei macht unsere Arbeit nur einen kleinen Teil aus. Die Mehrheit der von Abschiebung bedrohten Menschen kommt innerhalb ihrer eigenen Communities unter. Wir verstehen Soli-Asyl daher als Ergänzung zu Formen der Selbstorganisation geflüchteter Personen und Erweiterung von Kirchen-Asyl.
