Zimmer frei?

Passende Zimmer sind für unsere Arbeit das Wichtigste: 

Menschen, die sich gegen ihre Abschiebung wehren, sind in einer Stresssitation und brauchen freundliche und ehrliche Mitbewohner*innen in einer sicheren Umgebung. 

Ihr seid vielleicht unsicher, habt feste Kriterien (z.B. Geschlecht, Sprache, Zeitraum), befürchtet viel Arbeit oder wünscht euch von uns konkrete Unterstützung? Sagt uns Bescheid, wir besprechen gerne eure Bedarfe und Wünsche gemeinsam.

Hier seht ihr schon einmal zwei Möglichkeiten der konkreten Unterstützung:

Modell 1 – Die Couch – für wenige Tage

Die Couch steht in der Wohnung und ein Mensch kann darauf schlafen. Die Bedingungen geben einen längeren Aufenthalt nicht her. Aber für zwei, drei Nächte ist das immer mal wieder möglich. Du gibst uns deinen Kontakt und wir fragen dich hin und wieder, ob eine kurzfristige Unterbringung möglich ist.

Modell 2 – Das Gästezimmer oder die Zwischenmiete – für einige Wochen oder Monate

Bei euch in der Familie oder in der WG gibt es dieses Zimmer, was als Gästezimmer oder Arbeitszimmer benutzt wird, aber oft leer steht. Oder eine*r von euch plant einen mehrwöchigen Urlaub und sucht eine Zwischenmiete.

Für mehrere Wochen, möglicherweise Monate, könnten wir euch ggf. eine*n Mitbewohner*in vermitteln. Wir begleiten euch und die Person dann über den gesamten Zeitraum in wichtigen Anliegen und Fragen.

Unterstützung durch Soli-Asyl Lüneburg

Während eine schutzsuchende Person bei dir unterkommt und ihr das möchtet, stehen wir allen Beteiligten vom ersten bis zum letzten Tag unterstützend zur Seite.

Wir arrangieren das Kennenlernen und helfen beiden Seiten dabei, wichtige Absprachen zu treffen. 

Wir gehen mit der Person wenn nötig zur Ausländerbehörde oder Rechtsanwält*in, zeigen ihr die neue Umgebung, organisieren Arzttermine oder gehen mal abends zusammen aus. Wir beschaffen bei Bedarf Geld für Lebenshaltungskosten, Fahrten oder andere Dinge. 

Wenn ihr für das Zimmer eine Miete oder die Nebenkosten nicht übernehmen könnt, begleichen wir diese Kosten. Kommt es zu Problemen oder Konflikten, unterstützen wir bei der Klärung und kümmern uns wenn nötig um eine andere Unterbringung. 

Risiken

Wenn du eine Person aufnimmst, die im Besitz einer Duldung oder eines anderen gültigen Ausweisdokuments ist, handelt es sich hierbei um eine rechtlich unbedenkliche Gastfreund*innenschaft. 

Laut des deutschen Aufenthaltsgesetzes (§96 AufenthG) kann sich eine schutzbietende Person, die sich mit einer von Abschiebung bedrohten Person solidarisiert, der “Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt” schuldig machen. Während die gesetzliche Höchststrafe bei einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer entsprechenden Geldstrafe liegt, ist davon auszugehen, dass die Strafe, sofern keine Vorstrafen vorliegen, in den meisten Fällen geringer ausfällt. Es ist sinnvoll, sich den Risiken einer strafrechtlichen Verfolgung bewusst zu sein. Gastgeber*innen tragen dennoch ein geringeres Risiko, als die Person, die abgeschoben werden soll. 

Mehr Infos dazu findest du unter https://noborderassembly.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/1214/2020/07/Solidarity-Asyl-handbook-DE.pdf  auf Seite 7. 

Falls ihr überlegt, einen Schlafplatz bereit zu stellen, schreibt eine Mail mit dem Betreff „Newsletter“ an soliasyllueneburg@systemli.org! Wichtig: Schickt uns keine persönlichen Daten oder weiteren Infos. Wir melden uns dann bei euch.